Kategorie: Beiträge

Die Blogbuster-Longlist steht

133 unveröffentlichte Romanmanuskripte wurden bei der diesjährigen Staffel des Blogbuster-Literaturpreises eingereicht und von einer zehnköpfigen Bloggerjury auf Herz und Nieren geprüft. Neun Titel haben es auf die Longlist geschafft. 

Sylvia Wage – Grund
nominiert von Stefan Härtel (Bookster HRO)

Sylvia Wage lebt in Berlin, arbeitet in der Öffentlichkeitsarbeit, ist Bonner-Literaturpreis-Trägerin und Mitglied im Berliner Literaturlabel zuckerstudio waldbrunn.

In ihrem Romanmanuskript geht es um Herrschsucht, Alkoholismus und häusliche Gewalt. Auf mehreren metaphorischen Ebenen erzählt sie von einer äußerst unzuverlässigen Figur, die ihre Leser von Beginn an mit völlig absurden Behauptungen konfrontiert. „Ich halte ‚Grund‘ für einen Rohdiamanten, den man mit dem letzten Schliff eines behutsamen Lektorats gewaltig zum Glänzen bringen kann,“ so das Urteil von Blogger Stefan Härtel. 

Kristin Lange – Die Gefahr des Gelingens

nominiert von Romy Henze (Travel without moving)

Kristin Lange ist Buchhändlerin, lebt mit ihrem Mann bei Kiel und schreibt für den 42er Blog. Einige ihrer Kurzgeschichten erschienen in Anthologien. Ihr Romanmanuskript beginnt mit einem Notruf, der nach einem Schienensuizid abgesetzt wurde und zu dem der Polizist Erik gerufen wird. Erik lernt in der Folge Rike, die Schwester des Suizidenten, kennen. Beide verbringen einen glücklichen wenn auch nicht unbeschwerten Sommer miteinander, denn die Erinnerungen holen Rike immer wieder ein. 

Romy Henze: „Der Roman hat mich mitten ins Herz getroffen und ist zudem von Anfang bis Ende authentisch, lebensnah, psychologisch fundiert und eindringlich erzählt.“ 

Franziska Gänsler – Kahn

nominiert von Constanze Matthes (Zeichen & Zeiten)

Franziska Gänsler hat in Berlin Kunst und Anglistik studiert und ist neben dem Schreiben vor allem in der Kunst- und Kulturvermittlung tätig. Der Protagonist ihres Romans verliert bereits in der Kindheit seinen Vater, der sich mit einer Pistole das Leben nimmt. Der Vater diente im Krieg als Soldat, galt als Held, wirkte als Mediziner. Als Jahre später die Mutter stirbt, kehrt er zurück in die Heimatstadt und wird mit der Vergangenheit der Familie konfrontiert. 

Constanze Matthes: „Der Text entwickelt vor allem durch seine klare Sprache, teils aus kurzen Sätzen beziehungsweise Fragmenten bestehend, einen großen Sog und zeichnet sich durch wiederkehrende Symbole und die Psychologie des Protagonisten aus.“ 

Martina Berscheid – Die Klassenkameradin

nominiert von Karolin Hagendorf (Fiktion fetzt) 

Martina Berscheid, Jahrgang 1973, hat Biologie studiert und schreibt seit Jahren mit Leidenschaft. Sie hat bereits einen Erzählband und einen Roman veröffentlicht und gewann 2015 den Hans-Bernhard-Schiff-Literaturpreis der Stadt Saarbrücken. 

In ihrem Romanmanuskript trifft die Hauptfigur Eva bei einem Klassentreffen auf die selbstbewusste Agnès – eine Femme Fatale, deren extravagantes Leben auf sie einen unwiderstehlichen Reiz ausübt. So sehr, dass Eva beginnt, ihren Lebensstil zu kopieren. Als Agnès auf Geschäftsreise geht und Eva ihre Wohnung hütet, schlüpft sie in die Rolle der „Vivian“, und taucht ein in Agnès‘ Welt des Rausches und des Vergnügens. Karolin Hagendorfs Urteil : „Eine Figur, die Fehler begeht, deren Sehnsüchte und Wünsche und man als Leserin jedoch zu jeder Zeit nachvollziehen kann. Bitte mehr davon!“ 

Kerstin Meixner – Am Fuß des Berges 

nominiert von Julia Schmitz (Fräulein Julia) 

Kerstin Meixner, arbeitet seit 2003 freiberuflich als Nachhilfelehrerin. Neben zahlreichen Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien gewann sie den 3. Platz beim Kurzprosawettbewerb „zeilen.lauf“ und stand mit einem Jugendtheaterstück auf der Shortlist des Brüder-Grimm-Preises des Landes Berlin. 

Ihr Romanmanuskript erzählt von Reike, Faizah, Ilija und Marko. Sie wohnen zusammen und leben zugleich in einer polyamoren Viererbeziehung. Das harmonische Gefüge der Vier wird ins Wanken gebracht, als Faizah verkündet, schwanger zu sein. Von wem? Im ersten Moment ist das nicht wichtig. Aber wie lange kann das gut gehen?

Julia Schmitz hat sich für dieses Manuskript entschieden, weil sie Kerstin Meixners akkurate Art, zwischenmenschliche Beziehungen und Konflikte in teilweise lakonischer Schreibweise darzustellen, überzeugt hat. 

Manuel Zerwas – Der Bücherflüsterer

nominiert von Andrea Schuster (Lesen in vollen Zügen) 

Manuel Zerwas veröffentlicht seit  2013 Texte in Zeitschriften und Anthologien. Sein Lyrikband »Sinn im Unsinn« erschien 2014 im Brot & Kunst Verlag. Für sein Romanmanuskript »Das Gute zuletzt« bekam er den Martha-Saalfeld-Förderpreis 2015. In „Der Bücherflüsterer“ geht es um einen Buchhändler und seine geheime Leidenschaft. Er liebt es, erotische Szenen aus Romanen nachzuempfinden. Da er die Frau fürs Leben noch nicht gefunden hat, ist er immer wieder auf der Suche nach Partnerinnen für diese Abenteuer, stößt dabei allerdings auch auf einige Hindernisse. 

Andrea Schusters Fazit: „Seine Geschichte ist recht unkonventionell, manchmal schämt man sich ein bisschen für den Protagonisten, man fiebert mit, kann oft herzlich lachen, aber immer – wirklich immer – habe ich mich absolut unterhalten gefühlt.“ 

Sina Lippmann – Wofür wir spielten 

nominiert von Anne Sauer (fuxbooks) 

Sina Lippmann studierte Ethnologie, Anglistik und Kommunikationswissenschaft in Göttingen, Irland und Berlin. Heute arbeitet sie als wissenschaftliche Mitarbeiterin im Bundestag. Seit ihrer Kindheit schreibt sie Kurzgeschichten, Gedichte, Theaterstücke. „Wofür wir spielten ist ihr erster Roman“, für den sie das Residenz-Stipendium „42 Tage Putlitz“ erhielt.

Ihr Romanmanuskript behandelt eine Zeit, in der fünf Menschen große Visionen verfolgten, berauschende Erfolge feierten und sich nach dem Mauerfall im ländlichen Brandenburg neu zusammenrafften. Eine Geschichte über die Liebe zum Theater, Freundschaft und das Schicksal des Scheiterns. Und um die große Frage: Wohin geht Freundschaft, wenn die Freunde getrennte Wege gehen?

„Ich mochte sehr, wie Sina Lippmann mich mit ihrer Sprache überraschte. Sie kreiert Bilder, die nicht krampfig konstruiert, sondern wie ganz selbstverständlich erscheinen“ sagt Anne Sauer über ihre Longlist-Favoritin. 

Yannick Dreßen – Verdichtet

nominiert von Marius Müller (Buchhaltung) 

Yannick Dreßen studierte Germanistik, Geschichte und Romanistik. Er wohnt in Freiburg und arbeitet als Lehrer und Dozent. Geschrieben hat Yannick Dreßen bereits als Kind. In den letzten Jahren hat er mehrere Werke in Selbstverlagen veröffentlicht und führt er unter eigenem Namen seit drei Jahren einen Literaturblog.

Im Mittelpunkt seiner Geschichte steht Friedrich. Er hat alles, was man sich als Schriftsteller so wünscht: Erfolg, eine großartige Familie, ein Haus in der Toskana und den Deutschen Buchpreis im Regal. Doch angeblich ist er gar kein berühmter Schriftsteller. Vielmehr sei alles abgelehnt worden, das er bisher geschrieben habe. Es stellt sich die Frage, was ist Dichtung und was Wahrheit? 

Marius Müller sagt dazu: „Mit „Verdichtet“ hat Yannick Dreßen ein Buch geschrieben, das gekonnt die sonst so scharfen Grenzen zwischen Fantasie und Realität aufweicht. Alles ist doppelbödig angelegt, erzählt in einer schwelgerischen, sprachmächtigen Prosa, die mich für das Buch einnahm.“

Ela Meyer – Es war schon immer ziemlich kalt
nominiert von Isabella Caldart (novellieren) 

Ela Meyer hat mehrere Semester Politikwissenschaften, Kunstgeschichte und Gender Studies studiert, in zwei Bands gespielt und ist heute im therapeutischen Bereich tätig. Vor dreizehn Jahren ist sie von Hamburg in die Nähe von Barcelona gezogen, hat Kurzgeschichten in diversen Literaturzeitschriften veröffentlicht und ist Mitbegründerin des Literatur-Zine Schredder.

In ihrem Romanmanuskript beschreibt Ela Meyer wie geht es, befreundet zu sein, wenn man sich in vollkommen gegensätzliche Richtungen entwickelt. Kann diese Weiterentwicklung überhaupt funktionieren, wenn man von den Freund*innen zu abhängig ist? Soll, kann man noch solidarisch sein, wenn man die Entscheidungen des anderen für falsch hält? Wann ist gemeinsame Vergangenheit nur noch Ballast? Muss eine Freundschaft aus Kindheitstagen überhaupt überleben – oder ist es irgendwann an der Zeit, loszulassen?

„In einer gelungenen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart mit einem Blick in die Zukunft hat der Roman eine zarte Melancholie und Leichtigkeit zugleich“ so Isabella Caldart.

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Die neun Longlist-Manuskripte*) liegen nun der Fachjury vor, bestehend aus der Literaturagentin Elisabeth Ruge, dem Literaturkritiker Knut Cordsen, der Autorin Alexa Hennig von Lange, der Literaturbloggerin Alexandra Stiller und Dominique Pleimling, Programmleiter beim Eichborn-Verlag. Im Juni wird eine Shortlist aus drei Titeln verkündet. Vorbehaltlich der aktuellen Entwicklung rund um die Corona Pandemie findet die Preisverleihung im Umfeld der Frankfurter Buchmesse statt. 

*) Die Booktuberin Sophie Palme (Verstand) hat kein Manuskript für die Longlist nominiert.

Meine Blogbuster-Kandidatin: Ela Meyer mit „Es war schon immer ziemlich kalt“

„Jetzt hört mal auf, selbst wenn sich unsere Leben verändern, bleiben wir doch immer noch wir.“
Ich mochte mich irren, aber es klang eher wie eine Frage, auch bei Nico mussten sich Zweifel eingenistet haben. Er hatte selbst oft genug gejammert, wenn mehr und mehr Leute aus unserem Freundes- und Bekanntenkreis weggeknickt waren, ihre alten Ideen aufgegeben hatten und so taten, als wäre Idealismus und politischer Aktivismus ein Jugendsport, den man sich als Erwachsener nicht mehr leisten konnte. Auch ich hatte meine Zweifel, fand das Fragezeichen am Ende von Nicos Satz berechtigt, war mir nicht sicher, ob wir noch immer wir waren, ob es einfach immer so weiter gehen würde mit uns.

Ich bin euch noch eine Entscheidung schuldig: Anfang März veröffentlichte ich meine Shortlist für den Blogbuster-Literaturwettbewerb, jetzt kann ich verkünden: Ich schicke Ela Meyer mit „Es war schon immer ziemlich kalt“ ins Rennen um einen Vertrag beim Eichborn Verlag!

Es ist mir nicht leichtgefallen, mich zu entscheiden – was nicht gegen Elas Text spricht, sondern für die Manuskripte von Tessa Schwartz und Luitgard Hefter, die ebenfalls sehr stark und literarisch waren. Da meine Wahl gegen die Texte von acht Bloggerkolleg:innen antritt, musste ich aber auch vom Verlag her denken und entsprechend überlegen, was zum Eichborn-Programm passt…

Den gesamten Beitrag gibt es hier auf dem Blog novellieren.

Blogbuster 2020 – Mein Favorit

Is this real life? Or is it just fantasy? Der Held meines favorisierten Textes beim Blogbuster 2020 ist sich da auch nicht sicher. Und damit: Vorhang auf zur Verkündung meines Siegertextes.

Ich habe mir viel Zeit gelassen, habe über dreißig Manuskripte und Exposés gesichtet. Habe mich schlussendlich für drei Bücher entschieden, die ich zur Begutachtung dann im Ganzen anforderte und las. Nach dieser Arbeit kam ich nun auf einen Text, mit dem ich in den Wettbewerb gehe und der in meinen Augen das Zeug hat, in der Runde zu bestehen. Er trägt den Titel Verdichtet und stammt von Yannick Dreßen.

Yannick ist ebenfalls Buchblogger (wir kennen uns aber nicht) und gibt auf seiner Homepage über sich und seine literarischen Inspiration Auskunft. Der 1982 geborene Autor hat über Thomas Manns Doktor Faustus seine Magisterarbeit verfasst und nennt Nabokov und Feuchtwanger als literarische Einflüsse. Er hat sich schon in verschiedenen literarischen Gattungen ausprobiert, darunter Gedichte und Kurzgeschichten.

Besonders angetan haben es ihm Texte, die mit Form und Sprache spielen. Beobachten lässt sich dies auch an seinem Text, den er beim Blogbuster einreichte. Verdichtet erzählt nämlich eine doppelbödige Geschichte, bei der nichts so ist, wie es scheint…

Den vollständigen Beitrag gibt es auf dem Blog Buch-Haltung.

Blogbuster 2020: Meine Suche nach der Liebe auf den ersten Satz

von Anne Sauer – fuxbooks

Was bin ich für eine miserable Blogbuster-Bloggerin.
Während meine Kolleg*innen bereits fleißig von ihren Erfahrungen mit ihren Manuskripten und Shortlist-Titeln berichteten, las ich heimlich in mich hinein. Doch jetzt ist es an der Zeit und ich öffne endlich die Tür in mein Blogbuster-Office. Hereinspaziert!

Nach dem Kick-Off auf der Frankfurter Buchmesse trudelten nach und nach Manuskripte bei mir ein – teils wohl direkt an mich, teils nachträglich zugeteilt. Zehn Leseproben von aufstrebenden Autor*innen, deren Geschichten unterschiedlicher nicht hätten sein können. Bei meiner Vorstellung bat ich um „tief menschliche Geschichten, sprachlich clevere Details und spannende Charaktere“, um Text, der es schafft, mich „unvorbereitet zu treffen, zu ertappen, zu amüsieren und zu verärgern“. Und die Leseproben schafften all das – wenn auch leider nicht immer im positivsten Sinne.

Was für ein Privileg, all diese Leseproben zu erforschen und bewerten zu dürfen. Ich habe einen Riesen Respekt vor allen, die an ihrer Idee festhalten, Geschichten und Charaktere formen, eine andere Welt zum Leben erwecken wollen. Danke an alle, die mir ihr Vertrauen geschenkt haben und ausgerechnet mich als Patin ausgewählt haben. Ich muss sagen: Ganz schön krasse Verantwortung. Obwohl ich bei jedem Text schnell merkte, ob mein Herz ausschlägt oder nicht, las ich kritisch, teils mehrmals, immer auf der Suche nach dem, was ich beim ersten Mal vielleicht übersehen hatte. Doch ich wäre nicht ich, wenn ich nicht vollkommen auf meine Intuition hören würde. Also entschied ich mich, vier Manuskripte anzufordern und freute mich auf meine Shortlist mit folgenden Titeln…

Zum gesamten Beitrag auf dem Blog fuxbooks kommt ihr hier.

Mein Favorit für den Blogbuster Award

von Andrea Schuster – Lesen in vollen Zügen

Letztes Jahr wurde ich gefragt, ob ich nicht Lust hätte, bei der Bloggerjury des Blogbuster Award mitzumachen.
Hier können Autoren ihre noch unveröffentlichten Romane einreichen, eine Jury aus zehn Bloggern liest sich dann durch Leseproben, Exposés und Manuskripte und jeder kürt einen Favoriten, der dann auf die Longlist und damit weiter an die Fachjury wandert.
Dem Gewinner winkt ein Verlagsvertrag bei Eichborn, aber auch Titel vergangener Staffeln, die zwar am Ende nicht das Rennen machten, haben auf diesem Weg doch noch oft Verlage gefunden. – Eine wirklich schöne Aktion also… Klar wollte ich da dabei sein!

Nach der Frankfurter Buchmesse begannen nach und nach die ersten Leseproben bei mir einzutrudeln und Anfang des Jahres folgte dann nochmal ein ganzer Schwung.
Es waren viele spannende Ideen dabei, einiges, was ich mir sofort als Buch hätte vorstellen können und anderes bei dem ich schnell merkte, daß ich nicht so wirklich warm damit wurde.

Ein Titel aber brachte mich schon beim Exposé laut zum Lachen: „Der Bücherflüsterer“ von Manuel Zerwas.
Wenn ich vor schwierigen Entscheidungen stehe, dann wähle ich gerne, was mich am meisten amüsiert; auch wenn ich damit in diesem Fall einen extrem unkonventionellen Titel gewählt habe.

Den gesamten Beitrag gibt es auf Lesen…in vollen Zügen.

Blogbuster 2020: Mein Favorit

von Julia Schmitz – Fräulein Julia

Puuuh, es ist geschafft! Nach einem harten Kopf-an-Kopf-Rennen habe ich meinen Favoriten für die Longlist des Blogbuster-Preis ausgewählt!

Zum Ende hin wurde es noch zu einer richtigen Herausforderung: Nachdem ich vor kurzem meine persönliche Shortlist aus drei Manuskripten ausgewählt hatte, war klar, dass ich mich für eins davon entscheiden muss. Und das war gar nicht leicht!

Zwei der Texte standen sich Nase an Nase gegenüber und verwickelten mich in eine erbitterte Diskussion – beide mit ziemlich überzeugenden Argumenten. „Ich bin sprachlich perfekt ausgefeilt, mich musst du kaum noch lektorieren und den Spannungsbogen halte ich auch!“, rief mir das eine entgegen; „Ich bin absolut am Puls der Zeit“ hielt das andere dagegen.

Ich grübelte – ausgestreckt auf dem Sisalteppich liegend, im Kopfstand an der Wand stehend, mit Wärmflasche eingekuschelt in meinen Lesesessel. Und dann entschied ich mich. Für:


Kerstin Meixner
Am Fuß des Berges


Worum geht es und warum habe ich diesen Text ausgwählt?

Das erfahrt ihr im Blogbeitrag von Fräulein Julia

Meine Blogbuster-Kandidatin oder Von zwei, die es verdient hätten

von Constanze Matthes – Zeichen & Zeiten

Eine Qual ist diese Wahl nicht. Eher schleicht sich ein Gefühl der Betrübtheit ein, nachdem ich mich entschieden hab, wen ich im Blogbuster, den Preis der Literaturblogger, in die nächste Runde entsende.  Nach der Premiere 2017 nahm ich nun zum zweiten Mal als Bloggerin an dem Wettbewerb teil. Von fünf der insgesamt sieben Kandidaten, die an meine Blog-Tür geklopft haben, ließ ich mir das jeweilige Manuskript zusenden. Eines las ich mit Spannung sogar zweimal, gleich im Anschluss widmete ich mich einem zweiten Text komplett, der mich nicht minder fasziniert. Beide sind thematisch sehr verschieden. Doch beiden würde ich viele Leser wünschen. Also, was nun? Für den alles entscheidenden Entschluss ließ ich mir einige Tage Zeit, entschied jedoch, dass ich beide Verfasser in meinem Text würdige.

Mit der Vergangenheit konfrontiert

„Kahn“ von Franziska Gänsler ist jener Text, den ich zweimal las. Der gleichnamige Held verliert bereits in der Kindheit seinen Vater, der sich mit einer Pistole das Leben nimmt. Der Vater diente im Krieg als Soldat, galt als Held, wirkte als Mediziner. Als Jahre später die Mutter stirbt, kehrt Kahn zurück in die Heimatstadt und wird mit der Vergangenheit der Familie konfrontiert – vor allem nach der Begegnung mit Magdalena, einer jungen Frau, die in einem Café bedient. Der Text entwickelt vor allem durch seine klare Sprache, teils aus kurzen Sätzen beziehungsweise Fragmenten bestehend, einen großen Sog und zeichnet sich durch wiederkehrende Symbole und die Psychologie des Protagonisten aus. Franziska Gänsler ist mit ihrem Manuskript „Kahn“ meine Kandidatin für die nächste Runde und die Longlist im Blogbuster-Reigen.

Den ganzen Beitrag gibt es auf dem Blog Zeichen & Zeiten.

Mein Favorit beim Blogbuster-Preis 2020

von Romy Henze – Travel without Moving

„Das Problem ist, dass man letzte Male selten erkennt und sich daher kaum an sie erinnert.“

Vor ein paar Tagen gab es einen Beitrag von mir, in dem ich euch meine drei angeforderten Manuskripte vom Blogbuster-Preis 2020 kurz vorgestellt habe, und nun habe ich alle drei Romane fertiggelesen und mich entschieden:

Mein Favorit ist Die Gefahr des Gelingens von Kristin Lange.

Der Roman hat mich mitten ins Herz getroffen, vereinigt in sich mehrere Themen, die ich wichtig finde und über die man meiner Meinung nach viel mehr sprechen und aufklären sollte, und ist zudem von Anfang bis Ende authentisch, lebensnah, psychologisch fundiert und eindringlich erzählt.

Der Roman beginnt mit einem Notruf, der nach einem Schienensuizid abgesetzt wurde und zu dem der Polizist Erik gerufen wird. Erik lernt in der Folge Rike, die Schwester des Suizidenten, kennen.

Erik und Rike verbringen einen glücklichen Sommer miteinander, doch die Erinnerungen an den gewalttätigen Vater und an Erlebnisse in der Kindheit und Jugend holen Rike immer wieder ein, so dass sie sich von Erik immer mehr distanziert, gleichzeitig jedoch Angst hat, ihn zu verlieren.

Hier geht es zum vollständigen Beitrag auf dem Blog Travel without moving.