Portrait Ela Meyer

„Es war schon immer ziemlich kalt“

Wie geht es, befreundet zu sein, wenn man sich in vollkommen gegensätzliche Richtungen entwickelt? Kann diese Weiterentwicklung überhaupt funktionieren, wenn man von den Freund*innen zu abhängig ist? Soll, kann man noch solidarisch sein, wenn man die Entscheidungen des anderen für falsch hält? Wann ist gemeinsame Vergangenheit nur noch Ballast? Muss eine Freundschaft aus Kindheitstagen überhaupt überleben – oder ist es irgendwann an der Zeit, loszulassen?

Zu einem Soundtrack zwischen Django Reinhardt und Team Dresch beschreibt „Es war schon immer ziemlich kalt“ drei Menschenweg am Scheideweg, nicht nur wortwörtlich on the road, sondern auch in ihrem Leben. In einer gelungenen Mischung aus Vergangenheit und Gegenwart mit einem Blick in die Zukunft hat der Roman eine zarte Melancholie und Leichtigkeit zugleich.

Ela Meyer – Kandidatin novellieren

Ela Meyer, 1973 in Oldenburg geboren, wuchs in Friesland auf. Sie hat mehrere Semester Politikwissenschaften, Kunstgeschichte und Gender Studies studiert, in zwei Bands gespielt und ist heute im therapeutischen Bereich tätig.                           

Vor dreizehn Jahren ist sie von Hamburg in die Nähe von Barcelona gezogen, hat Kurzgeschichten in diversen Literaturzeitschriften veröffentlicht und ist Mitbegründerin des Literatur-Zine Schredder.

Hier gehts zum Beitrag auf dem Blog novellieren.

Interview mit der Longlist-Autorin

Du stehst auf der Longlist des Blogbuster-Preises. Hättest Du damit gerechnet?  

Schwierig, mit so etwas rechnen, das hängt ja von vielen Faktoren ab. Je nach Tagesverfassung habe ich mir mal mehr und mal weniger Hoffnungen gemacht. 

Warum hast Du Dich gerade bei „novellieren“ beworben? 

Ich habe Isabella im Goethe-Institut in Barcelona kennengelernt, wo sie  auf einer Veranstaltung über deutschsprachige Literatur gesprochen und verschiedene Romane vorgestellt hat. Die Art, wie sie über die einzelnen Werke geredet hat, ihre Begeisterung und der Respekt der Arbeit der Autor*innen gegenüber haben mich überzeugt, genau wie ihre fundierte Kritik und ihr Humor und die Auswahl der Bücher, sowohl bei der Veranstaltung, als auch auf ihrem Blog. 

Blogbuster ist ein etwas anderer Literaturwettbewerb. Was hat Dich gereizt, daran teilzunehmen? 

Das offene Konzept, z.B. gibt es weder eine Altersbegrenzung noch Themenvorgaben. Mir gefällt, dass alle Longlistkandidat*innen sich vorstellen und ihre Leseproben veröffentlicht werden, dadurch erhält der Wettbewerb einen persönlichen Rahmen und Transparenz. 

Die erste Hürde ist genommen, welche Chancen rechnest Du Dir aus, auch die Fachjury zu überzeugen? 

Erstmal freue ich mich darüber, dass mein Manuskript es auf die Longlist geschafft hat und bin gespannt, wie es weitergeht. Meine eigenen Chancen? Nicht schlechter oder besser, als die der anderen. Ich habe die bisher eingereichten Leseproben gelesen und fühle mich in guter Gesellschaft.

Wie lange hast Du an dem Romanmanuskript geschrieben und was hast Du bisher schon unternommen, um einen Verlag zu finden? 

Die Charaktere begleiten mich schon seit einigen Jahren, in der ersten Fassung waren sie allerdings zehn Jahre jünger, also in der Pubertät. Nachdem mir klar geworden ist, dass mich mehr interessiert, wie ihre Freundschaft sich im Erwachsenenalter entwickelt, hat es ziemlich genau ein Jahr gedauert, bis das Manuskript fertig war. Meine Protagonisten schon als Jugendliche „kennengelernt“ zu haben, hat den Schreibprozess sehr erleichtert.
Ich habe die letzte Fassung des Manuskripts erst vor Kurzem abgeschlossen und bisher wenig unternommen. 

Was wirst Du zusammen mit Deinem Blogger noch unternehmen, um Dich und Dein Manuskript zu promoten?

Das haben wir noch nicht besprochen. Angesichts der speziellen Situation werden sich unsere Ideen auf das Internet beschränken.

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