Kategorie: Beiträge

Im Gespräch mit Heike Duken

Interview mit Heike Duken

Dein Roman „Rabenkinder“ lässt viele unterschiedliche Figuren zu Wort kommen. Warum sind es so viele, und wer ist eigentlich der Protagonist?
Ja, es gibt nicht diesen einen Helden, der seine Reise macht und sich mit einem Antagonisten herumschlägt. Der wahre Protagonist der Geschichte ist wohl diese Familie. Der Schwarm. Ein Ameisenvolk, doch jedes einzelne Tier hat das Recht auf eine eigene Stimme. Es wird immer nur ein Fragment erzählt, ein Ausschnitt, eine Szene, die so viel zeigt wie nötig und wirklich kein bisschen mehr. Nötig, um etwas von dem zu zeigen, was Gewalt anrichtet, was Sprachlosigkeit bedeutet und was Menschen in der Not helfen kann: Mitgefühl, offene Worte und keine Feigheit vor dem Freund.

Du hast die Fragmente und einzelnen Ausschnitte angesprochen. Wie kam es zu dieser Zersplitterung?
Erst einmal habe ich einfach nur Kurzgeschichten geschrieben. Ich mag eben die Reduktion. Das Aus- und Abschweifende liegt mir nicht. Und dann habe ich gemerkt, all die Geschichten haben eine Verbindung. Diese Menschen kennen sich und agieren bezogen aufeinander. Das Ende der einen Geschichte ist der Beginn einer anderen. Die Gegenwart der einen Figur ist zugleich Vergangenheit einer anderen und so weiter. Ein Kosmos tat sich auf. Es war faszinierend….

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Manchmal schreibe ich unter der Bananenpalme – Blogbuster 2017

Meine Blogbuster-Kandidatin Brigitte Morgenroth und ich haben uns zu einem kleinen Gespräch im Buchladen getroffen. Wie man sehen konnte, haben wir viel Spaß gehabt beim Interview!

WIE KAMST DU AUF DIE IDEE ZU DEINEM ROMAN, WIE KAMST DU AUF DAS “HUNDEMÄDCHEN” LILI?

Ich bin bei einer Reihe bei Arte auf Oxana aufmerksam geworden, ein Mädchen, dass zum großen Teil bei Hunden aufgewachsen ist. Das hatte mein Interesse geweckt und ich begann zu recherchieren und habe natürlich ganz viel zu Kaspar Hauser gelesen. Dabei fiel mir auf, dass die bisherigen Veröffentlichungen zum Thema auch in Romanform in den allermeisten Fällen aus männlicher und vorallem auch wissenschaftlicher Sicht geschrieben worden sind. Ich habe deshalb bewusst die weibliche Sicht gewählt, eine Frau und ein Mädchen und auch mehr Fürsorge als Wissenschaft.

Generell hat das Thema einfach sehr viele Facetten. Ich interessiere mich als Biologin natürlich sehr für die Human Animal Studies, die Frage, wo verläuft die Grenze zwischen Mensch und Tier. Ich habe auch unter anderem deshalb das Buch in der Nachkriegszeit angesiedelt, weil gerade der Krieg eine Zeit war, in der viele Menschen “unmenschlich” “wie die Tiere” handelten und sich diese Grenzen wieder verschoben. Lili, die tierische Eigenschaften hat, hält der Dorfgemeinschaft damit einen Spiegel vor. Aber wieder wird ein Mensch als das „Andere“ ausgegrenzt und wie ein Tier behandelt…

»Die meisten Figuren sind das, was sie tun.« Blogbuster-Kandidatin Chrizzi Heinen im Gespräch

Chrizzi Heinen steht mit ihrem Text „Das schwarze Loch“ auf der Longlist des Blogbuster-Preises 2017. Überzeugt hat die Berlinerin mit einem ungewöhnlichen Plot, einer Erzählstimme mit Wiederkennungswert, mit Humor und Mut zu formellen Spielereien. Nun hat sie Auskunft über ihr künstlerisches Schaffen, ihre literarischen Vorbilder und den Schreibprozess gegeben. 

Chrizzi, du bist Musikethnologin, du malst und zeichnest, und nun hast du auch einen Roman geschrieben. Als was siehst du dich selbst primär: als Ethnologin, Künstlerin oder Schriftstellerin?
Wahrscheinlich funktioniert das eine nicht ohne das andere, aber als Schriftstellerin am wenigsten. Wenn ich Fachliteratur lese, läuft da bei mir im Kopf oft so ein Parallelfilm mit Ideen ab, die mit dem Text manchmal nicht viel zu tun hat, manche dieser Ideen schreibe ich schnell auf und verarbeite sie zu kleinen Zeichnungen.
In der Zeit, in der ich den Roman geschrieben habe, habe ich keine Musik gemacht und leider kaum gezeichnet, die Ideen, Bilder und Emotionen hat alle der Roman aufgesaugt…

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SAG MAL AN DANIEL: ROOFEN ODER SCHREIBEN – WAS IST FIKTION, WAS REALITÄT?

Daniel Faßbender hat mich mit „Die weltbeste Geschichte vom Fallen“ begeistert. Das Manuskript um einen jungen Mann, der sich in der Roofer-Szene bewegt, hatte es mir vom ersten Satz an angetan – und so wurde dieser Roman mein Favorit für den Literaturpreis Blogbuster. Weil der Text selbst von einer so ungewöhnlichen Szene erzählt, haben Daniel und ich uns entschieden, ihn auch außergewöhnlich in Szene zu setzen: Ein Interview fast ohne Worte über den Dächern von Köln…

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Alle mal herschauen! Blogbuster 2017: Heike Duken liest aus „Rabenkinder“

„Es fühlte sich an wie für die Ewigkeit“
Menschen, Orte, Gefühle: Rabenkinder ist ein Mosaik, es besteht aus vielen Splittern und verschiedenen Perspektiven. Gemeinsam ist ihnen der Kampf mit alten Verletzungen, die Hoffnung auf etwas Besseres und der Mut, danach zu suchen. (Hier findet ihr übrigens eine Leseprobe.) Einen dieser Splitter stellt euch die Autorin Heike Duken persönlich vor, und zwar das Kapitel „Pablomas“. Sie liest für euch in einer tollen Location, mit professioneller Unterstützung und mit einem grandiosen Hut….

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Interview mit Ina Elbracht

Sie ist die Sounds & Books-Spitzenkandidatin für den Blogbuster-Preis 2017. Die in Köln wohnende Ina Elbracht, die in ihrem Roman „Sie nannten mich den Mann mit den Goldenen Schuhen“ E.T.A. Hoffmanns „Elixiere des Teufels“ ideenreich und humorvoll in die Moderne transportiert, mitten in die Schlagermusikszene. Ina Elbracht stand Sounds & Books im folgenden Interview Rede und Antwort. Hier erfahren Sie alles über die Hintergründe des Romans und wie alles begann…

Ina, Du hast Dich gegen elf andere Kandidaten Bei Sounds & Books für den Blogbuster-Preis durchgesetzt. Was machst Du als Erstes, wenn Du demnächst auf der Shortlist bei Blogbuster stehst und den Preis wenige Wochen später gewinnst?

Uih, das wäre toll! Und da wir uns ja dann im Literaturhaus in Hamburg befänden, also in der Stadt, die Du Dir zum Leben und Arbeiten ausgesucht hast, müsstest Du mir weiterhelfen, wo es sich auf diesen schönen Anlass gut anstoßen ließe. Alternativ könnte ich es auch wie Ingeborg Bachmann bei der Gruppe 47 machen und in meinem Hotelzimmer still in Ohnmacht sinken. Vor Glück, versteht sich. Wir gucken mal, wonach uns dann spontan mehr der Sinn steht, ok?

Es heißt ja, man solle gelegentlich alle Selbstzweifel und Bescheidenheit über Bord werfen und visualisieren, wie es denn wäre, wenn man das Gewünschte erreicht hätte. Deshalb schicke ich Dir ein Bild von E.T.A. Hoffmann und mir, wie wir uns riesig über den Gewinn des Blogbuster-Preises freuen (siehe Beitragsbild)…

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Ein Cafégespräch mit Gunnar Kaiser

Der Blogbuster-Preis geht in die nächste Runde, inzwischen steht die Longlist fest. 14 spannende und sehr unterschiedliche Texte von 14 Autorinnen und Autoren sind zusammengekommen und Anfang Mai werden wir wissen, wen die Jury zum Blogbuster 2017 kürt. Der Kaffeehaussitzer hat Gunnar Kaisers Manuskript „Unter der Haut“ für die Longlist eingereicht – in einem anderen Beitrag wurde der Text ausführlich vorgestellt; dort habe ich begründet, was ihn für mich so besonders macht und warum er für mich ein klarer Favorit ist. Jetzt wollte ich etwas mehr zur Enstehung von „Unter der Haut“ wissen und habe dem Autor ein paar Fragen gestellt. Wir trafen uns in einem Café und führten ein langes und intensives Gespräch, bestellten einen zweiten Kaffee; wir redeten vor allem über seinen Roman, über literarische Vorbilder, das Schreiben und Obsessionen. Wer etwas mehr über die Person des Autors erfahren möchte, findet ein Portrait auf der Blogbuster-Seite. Und Schriftstellerin Melanie Raabe hat ihn für ihren Blog Biographilia ausführlich befragt…

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Auf ein Wort mit Stefan Zett

Es geht weiter mit Stefan Zett, meinem Kandidaten für Blogbuster 2017. Um den Autor und seine Intentionen etwas besser kennenzulernen, habe ich ein kleines Interview mit ihm geführt.

In dem Exposé zu Das Magenkomplott schreibst Du, der Roman sei „ein humorvoller Entwicklungsroman, eine abgedrehte Abenteuergeschichte und auch ein anthropologisches Essay, das sich in seiner monströsen Darstellung einer hemmungslosen Konsumkultur selbst nicht immer ernst zu nehmen vermag.“ Das klingt sehr, sehr skurril und durchaus amüsant. Kannst Du mir erzählen, wie Du auf die Idee für den Roman gekommen bist?

Das war zu der Zeit, als ich mit Mitte zwanzig aus meiner Heimatstadt Münster nach Köln gezogen bin. Weil mir mein Medizinstudium irgendwo auch zu trocken und zu naturwissenschaftlich-materialistisch war, hatte ich schon in Münster angefangen Völkerkunde und Philosophie zu studieren. Damals habe ich mich sehr intensiv mit Ethnologie und Religion beschäftigt. Außereuropäische Weltanschauungen, indigene Mythen. Da gibt es fantastische Kosmologien, tolle Geschichten voller Abenteuer. Jedes auch noch so kleine Volk hat eigene Erklärungen und Vorstellungen von der Welt und richtet auch das Verhalten danach aus.

Und wir eben auch. Und das habe ich dann aus einem ethnologischen Blickwinkel betrachtet. Welche Verhaltensweisen erfüllen welche Funktionen, wie werden sie im einzelnen motiviert, erklärt. Mit welchen Mythen funktionieren wir?

Das war eine intensive Zeit…

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Erschöpft und zerknirscht im Besenwagen – Kein Kandidat für den Blogbusterpreis von »lustauflesen.de«

So, wir starten jetzt mal ein kleines Radrennen und schauen sofort nach hinten. Da lauert  nämlich der gefährlichste Gegner, der Besenwagen, ein unauffälliger Kleinbus, der dem Peleton gemächlich hinterhertuckert. Wer zu langsam ist und zurückfällt, wird von der Straße gefegt. Aus der Traum vom Finish. Der Besenwagen ist ein erbarmungsloses Monster.

Jetzt sitze ich auf der Rückbank des Besenwagens beim »Blogbuster-Preis« und frage mich, wie konnte das passieren? Als auf der Frankfurter Buchmesse der Startschuss zur ersten Etappe fiel, bin ich losgesprintet, neben mir vierzehn weitere gut trainierte BloggerInnen. Alle hochmotiviert wie ich. Autorinnen und Autoren sollten einer Bloggerin, einem Blogger ihrer Wahl vertrauen, uns ihre Manuskripte senden, damit wir einen Kandidaten finden, den wir der Jury unter Vorsitz von Denis Scheck präsentieren. Ein Manuskript, dem wir vertrauen, dem wir eine Chance geben, ein Roman, an den wir glauben und den wir verteidigen. Diese erste Etappe des Rennens ist flach und leicht genommen. Euphorie begflügelt.

Mehr als 250 Manuskripte gingen bis Ende Dezember ein, für die einen mehr, für die anderen weniger. Was soll’s, Quantität ist nichts, Qualität dagegen alles. Startschuss zur zweiten Etappe: Lesen, lesen, lesen. Es wird hügelig, das Feld zieht sich auseinander. Ich finde mein Tempo, arbeite mich voran, Exposé um Exposé, Leseprobe um Leseprobe und schließlich in engerer Auswahl Manuskript um Manuskript.

Doch dann das! Kette gerissen, Plattfuß am Hinterrad und die Trinkflasche ist leer. Kein Materialwagen nirgends. Keuchend kämpfe ich mich durch, bleibe hier und da stehen, steige vom Rad, verschnaufe, fluche leise vor mich hin. Mit ordentlichem Rückstand eier ich über die Ziellinie, dem Besenwagen diesmal noch knapp entwischt. Reporter angeln Statements: »Ich sag mal so, von der Ausgangslage her gesehen, war alles gut! Aber hintenraus fehlten eindeutig die Körner.«

Sportsprech beiseite, lasst uns Tacheles reden…

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