Portrait Iden Wagner

„Rollende Wale“

Millionenerbin Max hat die Nase voll von gesellschaftlichen Erwartungen, von Geld und Ansehen, von den Anforderungen ihrer Eltern und generell von der Sinnlosigkeit des Lebens. Sie bleibt von nun an im Bett und philosophiert über Literatur, Musik, Filme, diesem verhassten Leben da draußen, in dem sich jeder nur auf sich selbst fokussiert und zeigt dabei nicht nur ziemlich kluge Gedankengänge, sondern auch einen unglaublich guten Humor.

Iden Wagner – Kandidatin paperandpoetry

Geboren wurde ich in Spanien, kehrte aber im Alter von drei Monaten in die Geburtsstadt meiner Eltern zurück, ins damalige West-Berlin. Im heutigen Gesamt-Berlin lebe ich mit meinem Mann und zwei Söhnen noch immer, nur etwas weiter nordöstlich, früher mal Ost-Berlin.
Meinen Beruf habe ich mehrfach gewechselt: Erst Juristin, dann Print- und Fernseh-Journalistin, dann Mitarbeiterin eines Bundestagsabgeordneten, und seit kurzem Rückkehr zu Jura, als Rechtsanwältin mit Schwerpunkt Menschenrechte. Nie losgelassen hat mich der Berufswunsch, den ich schon als Kind hatte: Schriftstellerin zu sein…

Hier gehts zum Beitrag auf dem Blog paperandpoetry.

Interview mit der Longlist-Autorin

Du stehst auf der Longlist des Blogbuster-Preises. Hättest Du damit gerechnet?

Ich habe versucht, die Hoffnung zu unterdrücken, aber das lässt die ja nicht so leicht mit sich machen…

Warum hast Du Dich gerade bei paperandpoetry beworben?

Als erstes haben mich Mias eigene Texte sehr angesprochen. Besonders ihr „Plädoyer gegen Neid, Missgunst und Wettbewerbsdruck“ und ihr Text „Weil ich ein Leben habe“ gefallen mir sehr, und ich hatte den Eindruck, dass sie sich vielleicht ganz gut in Max, die Protagonistin meines Textes, einfühlen könnte. Außerdem mag ich ihren Schreibstil, und ihre Rezensionen finde ich klug und sie machen Lust, die von ihr empfohlenen Bücher zu lesen. Viele davon kannte ich gar nicht – ich schaffe es leider mittlerweile viel zu wenig, aktuelle Literatur zu lesen –, aber ein paar Autorinnen und Autoren bzw. bestimmte Romane von ihnen mögen wir beide, zum Beispiel Margaret Atwood, Juli Zeh, Dave Eggers, F. Scott Fitzgerald, Haruki Murakami oder John Irving.
Zudem gehört sie der Zielgruppe an, an die sich mein Text vermutlich vorrangig richtet: an junge Menschen, die in ihren Lebenswegen und -ansichten (noch) weniger festgefahren sind und die für Kunst in all ihren Formen empfänglich sind, was im Laufe des Lebens zwischen Familie, Beruf und Alltagshektik leider leicht verloren geht.

Blogbuster ist ein etwas anderer Literaturwettbewerb. Was hat Dich gereizt, daran teilzunehmen?

Meine Hoffnung war, dass Bloggerinnen und Blogger einen unverstellten, weniger kommerziellen Blick haben als „alte Literaturhasen“. Bestimmt liegen die Profis aus dem Literaturbetrieb oft richtig mit ihrer Einschätzung, ob eine Geschichte viele oder zumindest einige Menschen anspricht, und das ist für alle Beteiligten auch sinnvoll. Einen Roman zu schreiben, ist ja eine ziemlich eitle Angelegenheit: „Nehmt euch Zeit und hört her, was ich zu sagen habe!“ Nicht schlecht, wenn einen jemand mit Erfahrung stoppt, falls das, was man zu sagen hat, nicht unbedingt in einen so exponierten Rahmen passt. Dennoch wird der professionelle Blick vielleicht manchmal durch Routine eingeschränkt, und deshalb gefiel mir die Idee, dass beim Blogbuster-Wettbewerb lesebegeisterte und –erfahrene Blogger außerhalb des „Big Business“ die Longlist aufstellen.

Die erste Hürde ist genommen, welche Chancen rechnest Du Dir aus, auch die Fachjury zu überzeugen?

1:13 (oder sind es mittlerweile weniger Kandidaten?)

Wie lange hast Du an dem Romanmanuskript geschrieben und was hast Du bisher schon unternommen, um einen Verlag zu finden?

Die erste Fassung habe ich in drei Monaten geschrieben, dann habe ich es einer Freundin und einem Freund zu lesen gegeben und danach ein paar Agenturen angeschrieben. Einige davon haben das Gesamtmanuskript angefordert und am Ende abgelehnt, teils aber mit erfreulich detaillierter Begründung, wodurch ich Ansätze für die Überarbeitung hatte. So stimmt das aktuelle Manuskript mit der ersten Fassung wohl höchstens noch zur Hälfte überein. Auch beim Blogbuster 2017 habe ich mitgemacht und schaffte es damals zwar in die engere Auswahl des Blogs, aber nicht zur Nominierung. Danach überarbeitete ich das Manuskript ein paar weitere Male und bot es einigen Verlagen an, bisher meist ohne Rückmeldung (wahrscheinlich ist es in den meterhohen Türmen unaufgefordert eingesandter Manuskripte verschollen), und jetzt ging es an die neue Runde des Blogbusters.

Was wirst Du zusammen mit Deiner Bloggerin noch unternehmen, um Dich und Dein Manuskript zu promoten?

Einen Blockbuster drehen, denke ich 🙂

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