Portrait Doris Brockmann

„In Bhutan steckt Hut“
Rosa, die Putzmacherin, war immer schon ein bisschen besonders, ein bisschen eigen. Sie hat ihren kleinen Ort nicht Richtung Karriere verlassen, vielmehr hat sie sich einen kleinen Mikrokosmos geschaffen, in dem sie regelmäßig modeinteressierte Fashionistas aus dem urbanen Umland begrüßt. Doris Brockmann erzählt ihre Geschichte ungemein sinnlich; bis hinein in Rosas Schaufenster, das noch eine tragende Rolle spielen wird.

Doris BrockmannKandidatin Literaturen

Doris Brockmann schreibt kurze und sehr kurze Geschichten, die in Anthologien bzw. Literaturzeitschriften oder in ihrem Blog für „Angewandte Schriftstellerei im Dienste der Alltagsbeobachtung“ (auf www.walk-the-lines.de) erscheinen. Sie kann auch längere Texte schreiben, z.B. einen elektronischen Kriminalro­man „Das Schreiben dieses Romans war insofern ein Glücksfall“ (2011) oder über „Die Erbseninseln“ (Wien 2014, Edition Krill), Letzteres, ohne je dort gewesen zu sein. Ja, das geht.

Hier gehts zum Beitrag der Bloggerin auf dem Blog Literaturen

Interview mit der Longlist-Autorin

Du stehst auf der Longlist des Blogbuster-Preises. Hättest Du damit gerechnet?

Schön, wenn es errechenbar gewesen wäre. Obwohl.
In kleinen Momenten des Größenwahns habe ich geglaubt: Der Text muss auf die Longlist, kommt auf die Longlist. In den großen Momenten der Erinnerung an das ziemlich frustrierende letzte Jahr, in dem ich bei Verlagsanfragen oder Literaturwettbewerben recht glücklos war, hab ich mich mehr als ungläubiger Thomas gesehen: Solange ich es nicht schwarz auf weiß besitze, glaube ich es nicht. 

Warum hast Du Dich gerade bei dem Blog „Literaturen“ beworben?

Auf Sophie Weigand bin ich im Rahmen des Social-Reading-Projekts zum Roman „Frau und Gitarre“ von Clemens Setz aufmerksam geworden (was dummerweise nicht auf Gegenseitigkeit beruht hat). Ich habe mir seitdem immer mal wieder Rezensionen von ihr angeschaut und war beeindruckt, wie sorgfältig, ausführlich, sprachlich differenziert und gerne auch mit Querverweisen auf vergleichbare Literatur Sophie Bücher bespricht. Als sie dann in ihrer Selbstvorstellung zum Blogbusterpreis anmerkte, sie schätze den überraschend anderen Blick auf vermeintlich Bekanntes, sei offen für Sprachspielerisches, Kurzes, Heiteres, Tragisches, Absurdes war klar: Das ist die ideale Leserin für „In Bhutan steckt Hut“! 

Blogbuster ist ein etwas anderer Literaturwettbewerb. Was hat Dich gereizt, daran teilzunehmen?

Die einzigartige Kooperation zwischen LiteraturbloggerInnen und lange erfahrenen VertreterInnen aus dem Literaturbetrieb. Hier habe ich schon ein bisschen mehr dazu gesagt. 

Die erste Hürde ist genommen, welche Chancen rechnest Du Dir aus, auch die Fachjury zu überzeugen?

Siehe Frage 1. 

Wie lange hast Du an dem Romanmanuskript geschrieben und was hast Du bisher schon unternommen, um einen Verlag zu finden?

Das Manuskript ist so, wie es jetzt vorliegt, in vier Monaten geschrieben worden, im Grunde weitestgehend während des Blogbuster-Wettbewerbs. Das hat zum einen damit zu tun, dass ich tilmanrammstedtartig nur unter starkem, von außen kommendem Druck arbeiten kann. Zum anderen erklärt sich die vergleichsweise kurze Abfassungszeit aus der Tatsache, dass ich vor zwei, drei Jahren mit zwei Projekten gestartet war, bei denen es einmal um eine Hutmacherin ging, in der anderen Geschichte um eine Frau (Schneiderin), die auf der Walz ist. In der Zeit habe ich mich mal mehr, mal weniger mit Hutherstellung, etc. und der Tradition von HandwerksgesellInnen beschäftigt. Das Material wuchs, nicht aber eine richtig gute Geschichte. Irgendwann habe ich die Wandergesellin ad acta gelegt und mich nur noch um „die Putzmacherin“ gekümmert. Im letzten Sommer war auch diese Arbeit an einen Endpunkt geraten. Ich habe einem befreundeten Literaturwissenschaftler und FAZ-Rezensenten eine Leseprobe geschickt und der hat gemeint, die Rosa sei ihm sehr sympathisch und der Text gefiele ihm auch. Darum kam das „Rosa“-Material dann doch nicht in die unterste Schublade. Dann kam der Sommer, dann die Buchmesse und der Start zum Blogbusterpreis … (und später, beim Schreiben plötzlich auch die Wandergesellin durch die Hintertür und wollte nicht mehr weichen).

Was wirst Du zusammen mit Deinem Blogger noch unternehmen, um Dich und Dein Manuskript zu promoten.

Sophie rät zu einer kleinen Video-Lesung. Aber mir fehlt vor Ort das nötige Equipment. Ich könnte mir vorstellen, etwas aus meiner Schreibwerkstatt zu berichten und Collagen aus meinem Arbeitsjournal zu erstellen. Ich werde auf meinem Blog und auf Twitter über den Blogbusterpreis und die weitere Entwicklung des Wettbewerbs berichten.
Wir denken zur Zeit noch ein bisschen über Werbestrategien nach. Vielleicht könnte Sophie ja mal ihre Lieblingssätze oder ihre Lieblingsfigur aus „In Bhutan steckt Hut“ verraten …

 

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